„Lost“

Hallo!

Ich weiß, ich bin etwas spät dran, aber ich habe mir jetzt erst die erstklassige Serie „Lost“ zu Ende angesehen, mir fehlten noch die letzten drei Staffeln.

Ich weiß gar nicht, wieso sich alle über das Ende bei „Lost“ aufregen.

Meiner Empfindung nach hat die Serie „Lost“ eine der wunderschönsten, perfekt hingearbeiteten, formvollendeten Abschlüsse, die ich jemals erblicken durfte.

LG
Stephan

„Ben Hur“: Neuverfilmung aus dem Jahre 2016 mit Jack Huston und Morgan Freeman

Hallo!

Es ist schon etwas länger her, dass ich mir im Fernsehen das Remake „Ben Hur“ mit Schauspieler Jack Huston von Regisseur Timur Bekmambetov angesehen habe.

Hierbei handelt es sich um die 52 Jahre später herangetraute Neuverfilmung des gleichnamigen Klassikers mit Charlton Heston, welcher Filmgeschichte schrieb (besonders mit der Wagenrennen-Szene), und sich gemeinsam mit den Filmen „Titanic“ und „Der Herr der Ringe – Die Rückkehr des Königs“ in die ewige Bestenliste eintrug.

Diese Neuverfilmung, bei der unter anderem auch der Fernsehsender PRO7 mitproduzierte, ist gut gelungen, modern und mitfühlend erzählt.

Zwei Mankos allerdings:

Manko 1 ist eigentlich normal. Die Figureneinführung ganz zu Beginn ist relativ lahm und langweilig. Aber ab dem heruntergefallenen Ziegelstein und der Verbannung Ben Hur’s geht’s schön spannend zur Sache.

Manko 2 ist das Wagenrennen gegen Ende des Films selber. Ich gebe zu, vielleicht bin ich etwas zu verwöhnt von der legendären Szene aus dem Charlton Heston Klassiker, aber bei dieser Neuverfilmung sind leider meiner Meinung nach die Schnitte schlecht gesetzt. Diese machen das Wagenrennen bei der Neuverfilmung unüberschaubar. Aber der Moment kurz vor der Ziellinie, wenn nur mehr die zwei ehemaligen besten Freunde gegeneinander antreten, der ist vor Dramatik kaum zu überbieten.

Fazit:
Die Neuverfilmung von „Ben Hur“ bietet alles, was ein guter, abendfüllender Spielfilm braucht: Liebe, Dramatik, Sex, Action, Emotionen (und davon nicht zu wenig), Tragik.
Er erinnert sogar ein wenig an eine TV-Verfilmung von „Gladiator“ mit Russell Crowe. Also wenn dieser Film nur fürs Fernsehen produziert geworden wäre.

Unbedingt ansehen, trotz der stolzen Lauflänge von gut 160 Minuten oder länger lohnt es sich!

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LG
Stephan

„Tenet“ von Regisseur Christopher Nolan

Hallo!

Ich habe mir gerade den Film „Tenet“ von Regisseur Christopher Nolan zum ersten Mal angesehen.

Dieses Werk ist eine wahre Meisterleistung!

Dies ist nicht nur einfach ein weiterer Film von Christopher Nolan, dies ist DER Christopher-Nolan-Film überhaupt!!

Vergesst alle seine anderen Filme davor – wirklich ALLE.
Viel genialer, brillanter als „Inception“ und „Interstellar“ zusammen!!!

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LG
Stephan

„Eden Lake“

Hallo!

Es gibt Filme, die lege ich ab in meine persönliche Kategorie ‚Filme, die so intensiv sind und mit einem dermaßen heftigen Ende versehen wurden, dass sie sich aufgrund dessen für immer in mein Gedächtnis eingebrannt haben und ich sie mir deshalb für eine sehr lange Zeit nicht mehr ansehen kann‘.
Nach „Die Fremde“ mit Schauspielerin Sibel Kekilli und „Martyrs“, natürlich dem französischen Original, gesellt sich nun auch dieser hier, „Eden Lake“, zu meiner derzeit noch relativ kurzen Liste hinzu.

Dieser Film ist von seiner Spannung, seiner Intensität her so verstörend und heftig wie der oft zitierte Verkehrsunfall, man will und kann eigentlich nicht mehr hinsehen, kann sich seinem Sog allerdings nicht mehr entziehen.
Sein unfassbar brutales Ende, welches mit Absicht gekonnt so inszeniert wurde, dass es sich im geistigen Kino des Zuschauers/der Zuschauerin abspielt, tut sein Übriges, sodass dieses filmische Machwerk einen schwer traumatisiert zurücklässt, sich mit diesen unfassbar schrecklichen Bildern in den Verstand einbrennt.

Perverserweise würde ich diesen Film sogar als eine Art von Lehrfilm bezeichnen, da hier meiner Meinung nach sehr schön veranschaulicht wird, wie Provokation und das darauf Eingehen und Reagieren sich hochschaukelt und schließlich ausufert in unnötige Zerstörung, Gewalt, Brutalität.
Normalerweise bin ich kein Freund von Filmen, die es nur deshalb gibt, weil die Protagonisten, hier dargestellt durch das Urlaub machende Pärchen, gespielt von den hervorragenden Charakterdarstellern Michael Fassbender und Kelly Reilly, eine dumme Aktion nach der anderen fabrizieren, und somit dank ihrer eigenen Schuld die Filmhandlung in Gang setzen.

Aber hier war es von Anfang an für mich aufgrund dieses Lehrfilm-Aspektes zur Gänze gerechtfertigt.

Der Schauspieler Michael Fassbender war zwar toll in diesem Film, war allerdings keine Überraschung für mich, denn es gibt mehrere kleine, intensive, dreckige Filme mit ihm in der Hauptrolle.

Eine wahrhaftige Überraschung war für mich die Schauspielerin Kelly Reilly, die ich bisher nur aus der Serie „Black Box“ sowie aus dem Drama „Flight“ mit Denzel Washington kenne.
Die legt hier eine intensive, in ihrer immer mehr zerstörten Seele und an ihrem Verstand immer mehr verzweifelnden, Performance in Kombination mit einem Überlebenskampf-Körpereinsatz ab, dass es ein wahrer Genuss ist, ihr zuzusehen. Von ihr wollte ich schon immer mehr sehen, und nach diesem Film hier jetzt erst recht!

Fazit:
Ein Film, den ich wegen Kelly Reilly’s bombastischem Spiel gerne öfter sehen möchte – nur leider hält das mein Verstand nicht aus.

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LG
Stephan

„The Counselor“

Hallo!

Kennt ihr dieses Gefühl?
Ihr seid mit dem Auto unterwegs, ihr bleibt bei einer roten Ampel stehen.
Während ihr auf grün wartet, seht ihr euch nach links und rechts um.
Und plötzlich erspäht ihr zufällig ein merkwürdiges Ereignis.

So erging es mir die ganze Zeit beim Ansehen des Films „The Counselor“ von Regisseur Ridley Scott mit den Schauspielern Cameron Diaz, Brad Pitt, Penelope Cruz, Michael Fassbender, Javier Bardem.

Der Grund dafür, dass der Film in seiner inszenatorischen, dramaturgischen Substanz ziemlich belanglos für den Zuschauer, die Zuschauerin daherkommt ist leider ein trauriger.
Während der Produktion dieses Films hat Ridley Scott’s Bruder, Regisseur Tony Scott („Der Staatsfeind Nr. 1“, „Top Gun“, „True Romance“, „Man On Fire“, „Spy Game – Der finale Countdown“, „Unstoppable – Außer Kontrolle“), Selbstmord begangen, was ihn logischerweise komplett aus der Bahn warf. Die Dreharbeiten mussten logischerweise auch für mehrere Tage unterbrochen werden, wegen der plötzlich eingetretenen Trauerarbeit sowie den Beerdigungsvorbereitungen. Anschließend stellte Ridley Scott seinen Film fertig.

Mit diesem Wissen im Hinterkopf merkt man dem Film an, dass Ridley Scott in tiefer Trauer ob des Verlustes seines Bruders war, denn der Film als Ganzes wirkt so, als sei er nicht ganz bei der Sache gewesen, als ob er den Film handwerklich zwar fertiggestellt hat, er ihn selber allerdings geistig nicht fertiggestellt hat.

Sehr schade um diesen Film, denn mit der Story hätte man sehr viel machen können, die hätte echt einiges an tollem Material geboten, sowohl dramaturgisch, als auch visuell.

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LG
Stephan

Erkenntnis über „Winter’s Bone“

Hallo!

Vor kurzem sah ich mir auf DVD den Film „Winter’s Bone“ mit Schauspielerin Jennifer Lawrence an, und zwar in englischer Sprache ohne englische Untertitel. Auf der DVD gab es letztere Möglichkeit nämlich nicht, und deutsche Untertitel, die sehr wohl anwählbar gewesen wären, die aktiviere ich nicht, denn ich will ja lernen, die Sprache Englisch richtig gut zu können, und mit deutschen Untertiteln funktioniert das leider nicht so gut.

Wie dem auch sei.

Um zum Thema zurückzukommen:
Als ich mir wie eingangs erwähnt den Film „Winter’s Bone“ auf Englisch ohne Untertitel angesehen habe, da habe ich eine andere Erfahrung beim Ansehen dieses Films gemacht, als der englischen Sprache ein klein wenig näher zu kommen.

Es ist nämlich so, ich habe die Dialoge überhaupt nicht verstanden, weil einerseits die Schauspieler viel zu leise gesprochen haben, was übrigens in den Extras auch vom zuständigen Tonspezialisten bestätigt wurde, und andererseits, die Handlung spielt in Missouri, und dort spricht man einen eigenen, teils nuscheligen Slang – so kam es mir jedenfalls vor, was das Verstehen logischerweise erheblich erschwerte.

Merkwürdigerweise hat dieses Handicap allerdings nichts ausgemacht, denn der Regisseurin Debra Granik ist nämlich das Kunststück gelungen, dass man auch ohne Worte, dank ihrer äußerst ruhigen und leisen Inszenierungsweise, allen voran dank ihrer herrlichen Bildersprache, super der Handlung folgen kann und dadurch dennoch alles und jeden versteht.

Direktlink zum youtube-Video (Trailer)

LG
Stephan

„Office Christmas Party“ (Kinofassung) oder „Dirty Office Party“ (Unrated-Version)

Hallo!

Vor kurzem lief dieser in der Überschrift erwähnte Film im Fernsehen als Free-TV-Premiere, und ich muss sagen, ich war doch positiv überrascht.
Ich hatte mir nämlich etwas ziemlich albernes, dämliches, klamaukiges, tief unter der Gürtellinie befindliches, übertrieben derbes Filmchen erwartet, dem war aber ganz und gar nicht so. Im Gegenteil, meiner Meinung nach hielt sich diese Komödie genau an der richtigen Grenze zur ausschweifenden Geschmacklosigkeit auf, für mich jedenfalls (übrigens: nach allem, was ich so las, ist nicht einmal die lediglich fünf Minuten längere Unrated-Version ausufernd, das Wasser schwappt nur ganz leicht über den Beckenrand).
Und ja, gegen Ende werden die Handlungen der Figuren zwar absurd, aber ehrlich gesagt, bei einer Komödie mit dieser Prämisse, mit diesem Hauptthema erwarte ich mir das sogar.

Ich denke, das liegt daran, dass sich allen voran vor der Kamera wahre Könner der Film-Komödie tummeln.

Jason Bateman, T.J. Miller, Jillian Bell, Vanessa Bayer, Rob Corddry, Sam Richardson, Randall Park, Kate McKinnon und Jennifer Aniston wissen, wie man zwar die komödiantische Sau raushaut, dabei allerdings charmant und selbstbeherrscht bleibt.
Und auch Schauspielerin Olivia Munn, besser bekannt für ihre harten Rollen in „X-Men: Apocalypse“ und „Predator – Upgrade“ besitzt ein ordentliches Comedy-Talent.

Am meisten Sorge bei diesem Film hatte ich, als ich erfuhr, dass Jennifer Aniston mitwirkt. Okay, sie hat zwar schon mit den beiden „Kill the Boss“-Filmen bewiesen, dass sie eine ziemlich witzige, niemals peinlich werdende Sexbesessene spielen kann, aber Teil einer chaotischen Weihnachtsfeier sein, und einige Leser wissen sicher, wie katastrophal über die Stränge schlagend die im echten Leben sogar ablaufen können, ist dann doch ein anderes Kaliber.

Die Autoren, Produzenten und Regisseure haben ihren Part sehr gut gelöst, wie ich finde. Sie nimmt an dieser Weihnachtsfeier gar nicht teil, sie ist genialerweise zu Beginn und am Ende des Films präsent, nur ein einziges Mal taucht sie in der Mitte, in welcher sich die ominöse Weihnachtsfeier abspielt, auf, aber nur um mit einigen Charakteren Dialoge zu führen, damit die Story vorangetrieben werden kann, und dann verschwindet sie sofort auch wieder von dem lüsternen Treiben.

Fazit:
Zu meiner großen positiven Überraschung ist „Office Christmas Party“ („Dirty Office Party“) ein einigermaßen gelungener (bei Komödien gibt es meist kleinere bis größere Abweichungen, sodass sie niemals das Prädikat perfekt oder gar wertvoll bekommen können) und charmanter Film mit einem versöhnlichen, schönen, und, wie es bei einigen Komödien meistens der Fall ist, gar nicht kitschigem Ende geworden.

Kann man sich gerne öfter ansehen, sogar zu einer anderen Jahreszeit, an einem anderen Monat als dem Dezember, denn zum Glück existieren in diesem Film keinerlei der typischen klassischen kitschigen Weihnachtsmotive (und ein Weihnachtsmannoutfit kann man auch bei einer Büro-Party im Sommer oder an Ostern anziehen *g*).

Direktlink zum youtube-Video (Trailer)

LG
Stephan

„Layer Cake“

Hallo!

Ein Koksdealer möchte aus dem Geschäft aussteigen. Was er auch darf, wenn er im Gegenzug für seinen Boss noch zwei Kleinigkeiten erledigt. Er soll die entlaufene Tochter eines Zeitungsverlegers finden, und zudem muss ein aus den Fugen geratener Drogendeal zwischen einer Nachwuchsgang und serbischen Söldnern zu beiderlei Ungunsten geschlichtet werden. Was der Koksdealer noch nicht weiß, sein Boss will ihm mithilfe dieser zwei Aufträge eine Falle stellen.

Was damals unter anderem Dennis Hopper Dennis Hopper mit seinem Regiedebüt „Easy Rider“ Ende der 60er-Jahre, Anfang der 70er-Jahre war, der Gründer der New-Hollywood-Bewegung, so würde ich, im Vergleich hiermit, behaupten, dass die allen voran britischen Filmemacher Guy Ritchie und Matthew Vaughn vor einigen Jahren, würde es so etwas geben, die New-England-Bewegung aus der Taufe gehoben haben.

Und wer länger sowie intensiver darüber nachdenkt, der wird ziemlich sicher Parallelen zur US-Version erkennen.

Stellt es euch vor:
Das alte traditionsreiche Hollywood, das alte traditionsreiche England gibt es nicht mehr, die neue Generation ist stattdessen bunt, laut, obszön, dreckig oder unterm Strich als Übersichts-Fazit gezogen: wild, gegen Gesellschaft und Politik auflehnend, gewalttätig, blutig und brutal.

Das alte England und das neue England, um ein sehr treffendes Beispiel nennen zu dürfen, werden, für mich, symbolisch passend hervorragend dargestellt im ersten „Kingsman“-Film (Regie und Entwicklung übrigens zufällig: Matthew Vaughn):
Die alten Gentlemen von einst gibt es nicht mehr, das heutige England besteht nur mehr aus Hooligans.

So ermüdend, strapazierend und eintönig der immer und immer wieder hergenommene Vergleich mit Quentin Tarantino anmutet, aber dennoch, bei „Layer Cake“ haben der Drehbuchautor J. J. Connolly, der Regisseur und Produzent Matthew Vaughn, der Cutter Jon Harris, sowie der Kameramann Ben Davis ganze Arbeit geleistet, denn ihr Film „Layer Cake“ mit Daniel Craig in der Hauptrolle ist in Sachen Visualität, Musik, Schnitt und Kamera äußerst nah am amerikanischen Original dran, sogar sehr viel näher als so manch anderer Brit-Gangster-Film (mit Ausnahme der Guy Ritchie-Gangsterfilme).

Guy Ritchie – Quentin Tarantino
Steven Soderbergh – Quentin Tarantino
Und jetzt Matthew Vaughn – Quentin Tarantino

Ich weiß, euch wie auch mich ermüdet dieser immer sehr gern genommene, einseitige Vergleich, aber QT ist nun mal eben der Maestro.
Ich bin mir sicher, Ritchie, Vaughn und Tarantino würden sich super verstehen und ergänzen, denn der englische Stil würde einem Tarantino-Film ordentlich Würze verleihen, und der Tarantino-Style würde die britischen Gangsterfilme veredeln.

Matthew Vaughn dreht mit jedem neuen Film zwar immer mehr am Rad (siehe Trailer zu seinem neuesten Werk „The King’s Man – The Beginning“), aber zu seinen Karriere-Anfangszeiten hat er doch bodenständig ordentliche, ruhige und vor Dialogen strotzende Gangsterfilme abgeliefert, egal ob jetzt als Regisseur, Produzent oder Autor. Aber alles natürlich mit dem gewohnten skurrilen Brit-Touch angereichert.

Bestes Beispiel der Film „Layer Cake“ mit Daniel Craig, der ist ein oben erwähnter Vorzeige-Londoner-Unterwelt-Streifen, er besteht aus schrägen Figuren (wie sie die britische Unterwelt sicher zuhauf zu bieten hat), aber noch schrägeren Ideen und Dialogen. Man übertreibt es zudem kein einziges Mal, der Film weiß ganz genau, wo seine Grenzen liegen, niemals wird es lächerlich, nicht einmal ansatzweise.

Und wer aufgrund obiger Worte höchstwahrscheinlich diesen Gedanken hegt, dem kann ich sofort den Wind aus den Segeln nehmen, denn „Layer Cake“ hat sehr wohl an eine funktionierende Story gedacht, sie ist fein ausgearbeitet und überlegt, bietet zudem überraschende Wendungen.
Die Handlung bleibt konstant im Vordergrund vom Anfang bis zum Ende, man muss sogar nachdenken, wer ist noch schnell wer, in welcher Beziehung stand oder steht jetzt dieser Charakter mit dem anderen oder den anderen, welches Ereignis ist früher passiert, damit es jetzt zu diesem hier auf einmal kommen kann, und so weiter.

Ich habe mal vor etwas längerer Zeit gelesen, dass der Filmemacher Matthew Vaughn Rot-Grün-Farbenblind ist, und aus diesem Grund verwöhnt er sich, und gleichzeitig auch die Zuschauer, die Zuschauerinnen, die menschlichen Sinne auf andere Art und Weise als bisher gewohnt, er steht es sich ziemlich auf Bewegung und Musik. Und wer schon einmal einen Matthew-Vaughn-Film gesehen hat, der weiß, wie eine filmische Achterbahnfahrt wirklich auszusehen hat, und somit den überstrapazierten Begriff dieses Mal wirklich verdient hat, da kann einem vom Zuschauen schwindelig und schlecht werden.

Bei diesem Film hier, „Layer Cake“, einem seiner Anfangsfilme als Regisseur und Produzent, gibt es zwar ebenfalls schöne Kamerafahrten zu bestaunen, das Hauptaugenmerk liegt hier allerdings auf der vorzüglichen, weil direkt ins Herz gehenden Musikauswahl, da hat sich ein jeder Pfund für die Musikrechte, und natürlich für die für die Musik zuständigen Liz Gallacher, Lisa Gerrard und Ilan Eshkeri ausgezahlt.
Matthew Vaughn, Quentin Tarantino, Guy Ritchie und James Gunn scheinen anscheinend ein exzellentes Musik-Fachwissen zu besitzen.

Daniel Craig spielt die Hauptrolle. Es handelt sich bei „Layer Cake“ jetzt nicht um seinen ersten Film, aber doch um seinen ersten, in dem er eine Hauptrolle bekleiden und mehr von sich und seinem Können preisgeben darf. Und wie wir sicher alle, wenigstens viele, von uns wissen, der Kerl ist äußerst wandelbar, er beherrscht bestens den Gentleman („James Bond“), den abgedrehten Typen („Logan Lucky“), den unheimlichen Bösewicht („Road To Perdition“), wie auch das Drama („Unbeugsam – Defiance“), oder irgendetwas dazwischen („Verblendung“, „Cowboys & Aliens“), die Bandbreite ist schon ziemlich groß. Und er hat bis jetzt noch kein einziges Mal in irgendeiner Rolle geschwächelt. Bei „Layer Cake“ durfte er zum ersten Mal einen Film als Hauptdarsteller tragen, was er sehr gut hinbekommen hat, obwohl sein Namenloser eigentlich ein Gangster ist und Gangstersachen macht, kommt er dennoch für den Zuschauer, die Zuschauerin sympathisch rüber, und man hofft und bangt, dass er aus jeder Misere einen Ausweg finden wird.

Aber auch der Rest des Casts braucht sich nicht hinter Daniel Craig zu verstecken, sie alle ergänzen sich gegenseitig prima, werfen sich auch genauso spitze die Bälle zu. Kein Wunder, hat man doch die besten und bekanntesten Briten engagiert, die es gibt (unter Anderem Colm Meaney, Michael Gambon, Jason Flemyng, Dexter Fletcher). Aber auch die damaligen Newcomer konnten unter Beweis stellen, dass sie in der Zukunft für mehr zu gebrauchen sind (unter Anderem Sally Hawkins, Sienna Miller, Ben Whishaw, Tom Hardy).

Fazit:
Ein Vorzeige-Brit-Gangster-Underworld-Movie, das zwei Talente, Matthew Vaughn und Daniel Craig, hervorgebracht hat.

P.S.:
Der Titel „Layer Cake“ (deutsch: Schichttorte) bezieht sich auf die soziale Schicht der kriminellen britischen Unterwelt sowie die miteinander verwobenen Handlungsstränge im Film.

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LG
Stephan

„The Man With The Iron Fists“ – Hip-Hop meets Altes China

Hallo!

Ein Dorf im China des 19. Jahrhunderts, zwei rivalisierende Clans, ein geheimnisvoller Fremder mit einer Schmiedekunst-Begabung. Die Situation in dem eh schon angespannten Dorf eskaliert, als unangekündigt der mysteriöse Jack Knife die Bühne betritt und zudem noch Gold mit ins Spiel kommt. Es kommt aufgrund dessen zu einem offenen Konflikt, welcher obendrein Madame Blossom und ihre Freudenmädchen zu einer Revolte animiert. Der Schmied sieht sich daraufhin gezwungen zu handeln, und der ganzen Gewalt und der Bedrohung Einhalt zu gebieten, eine Entscheidung, die ihm beide Arme kostet. Jack Knife rettet ihn, indem er dem Schmied die titelspendenden Iron Fists verpasst. Danach geht der Kampf erst richtig los, denn ab sofort ist es persönlich.

Kaum zu glauben, aber RZA, ein US-amerikanischer Rap-Musiker, Schauspieler und Mitglied des Wu-Tang Clans, geboren in Brownsville, Brooklyn, New York City, hat es doch tatsächlich geschafft, eine gelungene Hommage an das alte Martial-Arts-Hongkong-Kino zu kreieren.
Und dennoch hat „The Man With The Iron Fists“ ein für mich ziemlich störendes Problem, das mir die Laune vermiest: Der Film dauert zirka 100 Minuten, verheddert sich in den ersten 70 allerdings leider bei der Einführung zu vieler Figuren mit deren jeweiligen Hintergrundgeschichten, aus diesem Grund kommt logischerweise die eigentliche Haupthandlung viel zu kurz. Um es kurz und bündig auszudrücken, ich habe nach mehrmaligem Ansehen immer noch keine Ahnung, worum es in dem Streifen eigentlich geht, wer wer ist, und in welcher Beziehung die eine Figur zu der anderen steht, lediglich eine Ahnung habe ich.

Ich habe allerdings schon eine Vermutung, wo dieses doch gewaltige Problem herrührt. Ich kann mich noch erinnern, ich habe mal vor längerer Zeit durch Zufall gelesen, dass Regisseur RZA es Quentin Tarantino gleich machen wollte (den kennt er ja persönlich, schließlich arbeitete RZA für Quentin Tarantino’s „Kill Bill“ am Soundtrack). Die ursprüngliche Fassung von „The Man With The Iron Fists“ ist angeblich 4 Stunden lang, und RZA wollte es wie bei „Kill Bill“ machen, seinen Film in zwei Teile teilen. Sein Co-Drehbuchautor und Produzent Eli Roth („Hostel“, „Cabin Fever“, „Das Haus der geheimnisvollen Uhren“, „The Green Inferno“) war jedoch dagegen, und riet ihm, stattdessen den Film auf zirka 90 Minuten runterzukürzen, was er schlussendlich dann auch tat.

Zugegeben, Eli Roth kennt sich aus mit kurzweiligen Unterhaltungsfilmen, aber um ehrlich zu sein, ein Könner der Inszenierung ist er nur bedingt, meist muss bei ihm irgendetwas auf der Strecke bleiben, dabei handelt es sich eben meist um die Story. Regisseur RZA hätte meiner Meinung nach gut daran getan, wenn er Roth‘ Ratschlag nur zur Hälfte berücksichtigt hätte. Gut, 4 Stunden muss „The Man With The Iron Fists“ jetzt auch nicht dauern, aber zwei Stunden, vielleicht ein paar wenige Minuten drüber, hätten meiner Meinung nach ausgereicht, um Raum für die vielen unterschiedlichen Figuren, ihre Hintergrundgeschichten, sowie ihre Beziehungen zu schaffen.

Und dennoch: Wie ich einige Absätze weiter oben bereits deutlich betont habe, gehört es lobend erwähnt, dass ein Amerikaner es geschafft hat, vom Look und allen voran den Kampfszenen her eine Hommage an die klassischen in alter Zeit spielenden Martial-Arts-Filme zu kreieren. Die Kämpfe sehen handwerklich top choreografiert aus, und die Brutalität kommt nicht zu kurz, wie es sich für einen ordentlichen Martial-Arts-Film eben gehört. RZA hat die Kampfsequenzen handwerklich sogar so sauber gestaltet, dass man mit dem übertriebenen Einsatz an sichtlichem CGI-Blut gar kein Problem hat, es fällt, mir zumindest, kein einziges Mal negativ auf, wird von Beginn an sofort akzeptiert.

Die Kamera find ich äußerst gelungen, liefert teilweise Bilder, die mich doch ein klein wenig an einen Quentin Tarantino erinnern, oder sogar Robert Rodriguez. Ich vermute mal, es hat seinen Grund.
Erstens, Eli Roth, ein Kumpel von Quentin Tarantino und Robert Rodriguez, hat RZA unterstützt, zweitens, die anderen Kumpel, eben Quentin Tarantino und Robert Rodriguez himself, griffen seinem Freund sicher auch hin und wieder mal unter die Arme, denn normalerweise sieht ein Langfilmdebüt nicht so bildersprachlich perfekt und sauber aus. Geld hat RZA sicher auch mehr zur Verfügung gehabt, als es Langfilm-Debüt-Regisseure normalerweise haben.

Ich muss zugeben, ich weiß nicht, wieso, aber ich war doch positiv überrascht: RZA als Hauptdarsteller klappt, aber so was von. Als hätte man seine Figur zuerst erschaffen, und die Welt und die Figuren um ihn herum erst danach nur auf ihn aufgebaut, so spielerisch und leichtfüßig fügen er und sein Charakter sich in diese Welt ein. Okay, RZA war schon einige Male als Schauspieler aktiv, aber eigentlich nur in Nebenrollen, mal größer, mal kleiner, dies ist seine erste Hauptrolle, und er beweist doch tatsächlich Talent. Gut, ich persönlich sehe ihn jetzt nicht in einem Oscar prämierten Charakter-Drama (wenn er so weiter macht: noch nicht), aber für solch eine Art von Film reicht es allemal, spielt darstellerisch sogar auf einer höheren Stufe, als bei dem stoischen, was man sonst von diesen Martial-Arts-Filmen gewohnt ist.

Drei weitere Darsteller möchte ich noch zusätzlich erwähnen:
Russell Crowe spielt Jack Knife. In diesem Film darf ich Russell Crowe wenigstens noch sehen, wie ich ihn gern sehe, schlanker und aktiv.
Dave Bautista, gibt hier zwar nur den Schläger, aber er hat definitiv Präsenz, allein schon seiner Physis wegen.
Lucy Liu als Madame Blossom. Die spielt in diesem Film dass, was sie eigentlich immer spielt, eine kaum eine Mine verziehende, unterkühlte, distanzierte Frau, aber sie macht das seit „Ally McBeal“ so hervorragend, niemand kann ihr, was dies betrifft, das Wasser reichen. Man könnte ihre Madame Blossom übrigens mit ihrer O-Ren Ishii aus „Kill Bill“ von Quentin Tarantino vergleichen, wie oben bereits erwähnt, sicher kein Zufall.

Anhand der drei oben erwähnten Personen, und einiger anderer, merkt man, dass dem Film „The Man With The Iron Fists“ sehr viel Einfluss und vor allem Unterstützung widerfuhr durch Quentin Tarantino plus seine Kumpel, die im Hintergrund agierten. Berühmte, bekannte Schauspieler in eher Nebenrollen zu verpflichten, zu präsentieren, ist doch eindeutig das Markenzeichen von Quentin Tarantino, Robert Rodriguez und Eli Roth. Ich find das überhaupt großartig, die letzten drei Genannten, die wissen einfach, wie Freundschaft, Kameradschaft, Loyalität, Unterstützung auszusehen haben.

Normalerweise harmonieren eigentlich neuartige Musik und ein früheres Jahrhundert-Setting nicht miteinander. Es gibt aber wenige Ausnahmen, und „The Man With The Iron Fists“ ist eine davon. So wie bei RZA und seiner Figur, dem Schmied, könnte man auch bei der coolen Musik von RZA und dem Wu-Tang Clan meinen, dass sie bereits existierte, und es den Film nur wegen ihr gibt.

Fazit:
Ein lässig-cooles Regiedebüt, dem etwas mehr Laufzeit zugunsten der Charaktere und der Handlung gut getan hätte.

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LG
Stephan

Kurzkritik zu „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ (Remake von David Schalko)

Hallo!

Eigentlich wollte ich nach den ersten beiden gesehenen Episoden aufhören weiterzuschauen. Welch ein Glück, dass ich mich dagegen entschieden habe, denn meiner Meinung nach haben die restlichen 4 Episoden wieder alles Schlechte gut gemacht, allen voran, weil diese restlichen 4 Episoden wieder sich mehr dem Krimi zuwandten, sie waren, wenn es nach mir geht, nicht mehr ganz so künstlerisch abgehoben wie eben die ersten beiden Episoden. Auch von den Dialogen her gab es, finde ich, eine Verbesserung, weil der Inhalt dieser endlich Sinn ergab, sogar die einzelnen Charaktere mit ihren speziellen Eigenheiten nahmen endlich eine greifbare Form an.

Ich denke, David Schalko hätte gut daran getan, wenn er zuerst sich mehr mit dem Kriminalfall beschäftigt, um auf diese Art die Zuschauer an die Serie zu binden, und erst gegen Ende er diesen mit der bildenden Kunst vermischt hätte. In der präsentierten umgekehrten Variante, wie eben im Fernsehen zu sehen war, können nur die wenigsten Zuschauer eine Verbindung mit dem Endprodukt aufbauen, selbst ein David Lynch beginnt immer mit einer für den Gelegenheitszuseher vertrauten konventionellen Erzählweise, um sich dann immer mehr dem Expressionismus gemeinsam mit dem Zuschauer, der Zuschauerin zu widmen.

LG
Stephan

Impulsivkritik zu „Once Upon A Time In Hollywood“

Hallo!

So, ich habe mir gestern im Kino den Quentin-Tarantino-Film „Once Upon A Time In Hollywood“ angesehen.

Es ist das Unterhaltsamste, das ich jemals gesehen habe!

Die Kritiker haben recht, in diesem Film gibt es keine Story, du siehst wirklich nur Rick Dalton (Leonardo DiCaprio) die ganzen 2 Stunden und 45 Minuten dabei zu, wie er sich von einem Filmset zum nächsten hangelt. Das ist aber völlig egal, du suhlst dich einfach nur bestens gelaunt in Filmdreharbeiten, in Hinter-den-Kulissen-Unterhaltungen, sowie in diversen kurzen Szenen-Einspielern von Serien und Filmen, in denen Rick Dalton mitgewirkt hat, logischerweise in dem originalen Ton- und Bildformat von damaliger Zeit. Ganz besonders zum Schmunzeln war mir bei einer kurzen Szene aus einem Poliziotteschi (italienische Polizei-, Mafia-, Gangsterfilme, gedreht zwischen 1968 und 1982) mit Hauptdarsteller Rick Dalton (mit dem originalen kaputten, blechernen Ton von damals) – UND – Rick Dalton spielt sogar kurz im Klassiker „Gesprengte Ketten“ mit, und zwar in der Rolle, die dann, laut Film, und in echt, schlussendlich Steve McQueen bekam.

Ich hoffe, du merkst es bereits am obigen Absatz: „Once Upon A Time In Hollywood“ feiert einfach nur das Hollywood des Jahres 1969 ab, und das sowas von gekonnt (ganz besonders, wenn man sich in der Film- und Serienwelt ein klein wenig auskennt). Es gibt ein wahres Feuerwerk an Zitaten, Anspielungen, Querverweisen.

Kleine witzige Info am Rande:
Fußfetischisten werden bei diesem Film bestens bedient (Tarantino ist ja selber einer).

Quentin Tarantino hat mal vor kurzem in einem Interview gemeint, er würde auch mal sehr gerne einen waschechten Horrorfilm drehen. Nach dem Ansehen von „Once Upon A Time In Hollywood“ muss ich sagen: Der würde sicher geil werden. In „Once Upon A Time In Hollywood“ gibt es eine Szene, in der sich Cliff Booth (Brad Pitt) auf der Spahn Movie Ranch aufhält, die Farm, wo sich Charles Manson’s Kommune auch aufhält, da hast du echt die ganze Szene über, wie eben in einem Horrorfilm, so ein mulmiges Gefühl.

Der Film dauert zwar 2 Stunden und 45 Minuten, aber die merkst du nicht. Als dann das große Finale kam, da sprang ich auf einmal auf, innerlich, und war ganz überrascht, dass die Zeit schon vorüber ist.

Das Finale, die letzten 15 Minuten, der ganze Kinosaal, und natürlich ich, wir konnten uns kaum noch einkriegen vor lauter Lachen. Obwohl es eigentlich pervers ist, dieses Finale ist brutal und blutig bis zum geht nicht mehr, allerdings ist das Ganze so überzogen gemacht worden, dass du eigentlich nur noch lachen kannst über all das, was du da auf der Leinwand siehst.

Die kleinen negativen Kritiken sind meiner Meinung nach, wie eigentlich bei jedem Quentin Tarantino-Film, nicht auffällig.

Jetzt möchte ich unbedingt versuchen, mir ein paar Sharon Tate-Filme anzusehen.

Und das hab ich übrigens auch bei einem Film eigentlich selten bis gar nicht:
Ich stand den ganzen Tag über unter innerlicher und äußerer Anspannung – nur wegen „Once Upon A Time In Hollywood“.
Ich stand während des gesamten Films unter innerlicher Anspannung, weil all die Tarantino-Stile durch die Augen in meinen Kopf eingeflossen sind, ich hatte Dauertränen in den Augen, ich habe Post-Spannungskopfschmerzen.
Kann dich echt ein Film dermaßen mitreißen! Dieser hier kann es anscheinend!

Ich kann euch sogar noch weiter anfixen:
Mein Filmfreund hat mich gestern gefragt, ob ich mit ihm ins Kino gehe, und ich habe natürlich zugesagt.
Ich habe zwar „Once Upon A Time In Hollywood“ erst zwei Tage später zum zweiten Mal gesehen, aber heute war es, als hätte ich ihn zum ersten Mal gesehen.

Wie kann es ein Regisseur wie ein Quentin Tarantino schaffen, der bereits mit seinem Erstling, „Reservoir Dogs“, die Messlatte extrem hoch gelegt hat, und dennoch mit jedem weiteren Film einen weiteren Schritt raufschafft. So weit rauf reicht doch die Messlatte eigentlich gar nicht mehr.

Ich bin einfach nur überwältigt!!!

LG
Stephan

Außenseiter-Appell-Sichtweise zu „Up in the Air“

Hallo!

Ich zerbreche mir bereits seit einigen Tagen den Kopf darüber, ob ich über den George-Clooney-Film „Up in the Air“ eine nicht konservative, eine sozusagen Außenseiter-Meinung verfasse.

Mein Problem hierbei ist nämlich folgendes.
Der Film spricht im Besonderen Themen an, welche uns alle eines Tages angehen werden, es geht nämlich darum, sein eigenes Leben auf seine eigene Art und Weise zu leben, sich von niemandem auf seinem Lebensweg dreinreden zu lassen, es auch ruhig sein kann, dass man nichts im Leben verpasst hat, weil man es eben auf die Art und Weise leben will, wie man es eben Leben will, so wirkt jedenfalls dieser Film hier auf mich.

Meine Spannung und gleichzeitige Angst ist jetzt die, dass nach dem Veröffentlichen dieses Beitrages so eine Art Shitstorm auf mich zukommt, der mich für mein langweiliges Leben, und das Verteidigen dieses, verurteilt.

Andererseits regt so ein unkonventioneller Artikel zum Nachdenken an, und lädt zudem zu Diskussionen ein (sofern sie nicht ins Beleidigende abdriften).

Worum geht es eigentlich in dem Film?

Zum besseren Verständnis, in diesem Film geht es um Ryan Bingham, gespielt von Schauspieler George Clooney. Ryan Bingham ist ein Außendienstmitarbeiter in einer Firma, die für andere Firmen Mitarbeiter kündigt. Eines Tages entscheidet sich Ryan’s Chef, sein Unternehmen progressiver zu gestalten, und somit Geld einzusparen, indem all die Außendienstmitarbeiter ihre Arbeit vom Büro aus verrichten und über einen Computerbildschirm mit den Personen kommunizieren, die sie entlassen müssen.
Auf die Idee gebracht hat ihn das präsentierte Konzept einer neuen jungen Mitarbeiterin, Natalie Keener, gespielt von Schauspielerin Anna Kendrick. Ryan Bingham ist allerdings der Meinung, dass das neue Konzept Mist ist, und Natalie Keener überhaupt keine Erfahrung mit Kündigungs-Mitarbeitergesprächen hat, da sie noch viel zu jung und unerfahren ist. Prompt ist Ryan dazu gezwungen, mit Natalie zu verreisen, um die notwendigen Erfahrungen zu sammeln.
Auf ihrem Trip macht jeder für sich seine eigene persönliche Lebenserfahrung durch.

Der Film selber präsentiert sich sehr ruhig in den ausgewählten Bildern, den vorgetragenen Dialogen, sowie in der Musikauswahl, es kommt kein einziges Mal zu Hektik, der Zuschauer, die Zuschauerin und die Protagonisten bleiben immer entspannt.

Allen voran will der Film von Regisseur Jason Reitman sich als eine Kritik an die immer mehr an Macht gewinnende Technologie verstanden fühlen. Mit Ausnahme von Natalie Keener (Anna Kendrick) kommunizieren die restlichen Hauptpersonen, Ryan Bingham (George Clooney) und Alex Goran (Vera Farmiga), ausschließlich über Handy oder Laptop (sogar, wenn sie sich gegenüber sitzen) miteinander.
Die Beziehung zwischen Ryan und Alex ist ein hervorragendes Beispiel dafür, dass die Technologie uns dazu zwingt, gehirn- und emotionslose Wesen zu werden. Die beiden unterhalten sich nicht miteinander, sie schlafen einfach nur miteinander, und mithilfe ihrer Smartphones und Laptops suchen sie nach einem freien Beischlaf-Termin. Zwischen den beiden kommt es kein einziges Mal zu einer Gefühlsentwicklung, und wenn doch, dann wird einer der beiden dies sofort wieder unterbinden (ich möchte jetzt an dieser Stelle nicht verraten, wer die Gefühle entwickelt, und wer sie abweist und wieso, dies könnte man nämlich schon als eine Art Emotions-Spoiler verstehen, da die Überraschung den Zuschauer/die Zuschauerin zwingt, sich emotional damit auseinanderzusetzen).

Wenn man so will, dann kann man Natalie als denjenigen beschreiben, der die Gefühle der beiden, ganz besonders von Ryan, so richtig in Wallung zum ersten Mal bringt, und ganz besonders Ryan damit komplett überfordert ist.

In diesem Film geht es um verpasste Chancen im Leben, aber im Gegensatz zu anderen Hollywood-Filmen hat dieser hier die Aussage, dass am Ende diese verpassten Chancen eben verpasst bleiben. Die Figur Ryan Bingham muss einsehen, dass das, was er im Leben eigentlich wirklich will, niemals auf Dauer haben können wird, er muss lernen, so wie Bill Murray in dem Jim Jarmusch Film „Broken Flowers“, das Hier und Jetzt zu genießen.

Dieser Film ist nicht umsonst im Genre Tragikomödie verankert, die Gewichtung liegt hier eindeutig auf der Tragik. Der Film will, dass der Zuschauer, die Zuschauerin mit einem schlechten Gefühl aus ihm aussteigt, um die Technik außen vorzulassen, seine Beine in die Hand zu nehmen, damit man endlich sein ECHTES Leben leben kann.

Und jetzt kommt meine, für einige von euch sicher merkwürdige, Meinung ins Spiel.
Dieses Leben, welches wir leben sollen/müssen, kann man zwar leben und ist auch schön, wenn man es hat, aber für mich handelt es sich bei diesem vermeintlichen Leben um das konventionell und konservativ vorherbestimmte.
Die Figur Natalie Keener soll hierbei als Sprachrohr/Bote/Überbringer fungieren, sie will unbedingt bereits mit Mitte Zwanzig verheiratet sein und Kinder haben – kommt euch das nicht sehr bekannt vor!?

Ich persönlich empfinde die Charakterentwicklung von George Clooneys Figur Ryan Bingham als traurig, aber nicht so, wie es gedacht war traurig.
Ryan Bingham führt für mich ein sehr schönes Leben, alles ist durchstrukturiert, kontrolliert und durchgeplant, als ihn aber Natalie auf die konventionelle und konservative Schiene führt, sieht er zwar seine verpassten Chancen ein, und versucht, diese nachzuholen, was er allerdings niemals schaffen wird, weil ihn sein angeblich trostloses Leben immer wieder einholt, er schlussendlich allerdings als Trauerkloß durchs Leben geht.

Warum wollen Menschen anderen Menschen eigentlich immer vorschreiben, wie man Leben soll, und warum verurteilen sie jedes Leben, dass nicht so ‚normal‘ wie jedes gelebt wird?

Ich musste dies in der Vergangenheit schon mehrmals über mich ergehen lassen, jetzt kann ich zum Glück etwas besser und stärker damit umgehen. Es gibt Menschen, wie mich zum Beispiel, die wollen so durchstrukturiert, so kontrolliert, so durchgeplant, so ohne einen Partner, eine Familie und so weiter leben. Wenn eines Tages das Schicksal es will, dass man mal jemanden kennenlernt, dann kann man sich immer noch für ein anderes Leben entscheiden.

Aber egal, ob man sich jetzt für das Allein-sein-Leben entscheidet (es gibt einen großen Unterschied übrigens zwischen ALLEIN SEIN und EINSAM SEIN) oder für das Familienleben, eine jede Entscheidung soll und muss akzeptiert werden!

So wie Natalie es bei Ryan gemacht hat, so haben es schon unzählige Leute bei mir versucht, ich sollte zu irgendeiner Dame hingehen, die ich mal etwas länger angeschaut oder von der ich öfters geredet habe, um den Stein ins Rollen zu bringen, damit dann endlich was geht zwischen mir und ihr – und dann auch gleich heiraten und Kinder kriegen. Als ich in meinen 20ern war, da war ich noch ziemlich unsicher mit mir selbst, und habe einfach das mitgemacht, was andere von mir wollten, und war jedes Mal unglücklicher darüber.

Wollen die Menschen nicht einsehen, dass beim „Ein Engel auf Erden“-Spiel sie eigentlich nur erreichen, dass ihr ‚Auftrag‘ durch ihr Einmischen erst recht ins Unglück stürzt, schon einmal darüber nachgedacht!?

Zum Schluss hat sich für mich alles zum Guten gewandt, das vermeintlich trostlose Ende von Ryan Bingham in „Up in the Air“ ist auch zu meinem Leben geworden, seitdem ich das Alter von 30 überschritten habe, und ich bin äußerst glücklich mit meiner Entscheidung, die ich noch nie bereut habe.

Fazit:
Ich finde, der Film „Up in the Air“ sollte als Lebens-Fibel von jedem einzelnen Menschen genutzt werden. Nach dem Ansehen des Films darf und kann jeder für sich selbst entscheiden, wie sein persönliches, glückliches Leben aussehen soll.

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Wikipedia (deutsch)

LG
Stephan

„Der Tatortreiniger“

Hallo!

Zuerst eine englische („Sherlock“ mit Schauspieler Benedict Cumberbatch), und jetzt eine deutsche Serie, welche ich unbedingt empfehlen möchte.

Alleine die Ausgangssituation beim „Tatortreiniger“ ist sehr makaber:
Bei jedem Tatort, welchen die Titelfigur eben säubert, begegnet die Figur Heiko ‚Schotty‘ Schotte, gespielt von Schauspieler Bjarne Mädel („Stromberg“, „Mord mit Aussicht“) einer Person, die irgendetwas mit dem ermordeten Menschen in dessen Leben zu tun hatte.

Die jeweiligen Unterhaltungen in jeder einzelnen Episode sind sehr unterschiedlich in ihrem Inhalt. Es muss nicht immer um die verstorbene Person gehen, manchmal gibt sie lediglich den Anstoß zur Diskussion, manchmal plaudert man über die Umgebung des Tatorts (vor kurzem sah ich zum Beispiel eine Ausgabe, die in einer Kunstgalerie spielt, da unterhielt sich Schotty mit der Besitzerin über die Kunstwerke), manchmal hat sogar der Meinungsaustausch überhaupt nichts mit dem Toten oder dem Tatort zu tun.
Es handelt sich hier einfach um authentische Small-Talk-Gespräche, wie sie im realen Leben ständig vorkommen. Oder unterhaltet ihr euch im Warteraum einer Arztpraxis oder einem Krankenhaus tatsächlich nur über Krankheiten, oder sprecht ihr bei Begräbnissen immer nur über den oder die Verstorbenen/Verstorbene?

Wer jetzt glaubt, es handelt sich hierbei um einen Krimi, der irrt sich gewaltig.
Die „Stromberg“-Macher haben hier eine funktionierende Komödie mit zündendem Wortwitz und spritzigen, sowie geistreichen, nachdenklichen und philosophischen Dialogen, und drüber geschrubbtem makabren Humor auf die Fernsehschirme gezaubert.

Für all die Ängstlichen unter euch, ihr müsst keinen Bammel haben vor etwaigen grausigen Szenen, es gibt nämlich keine. Hie und da gibt es die eine oder andere Blutlache aus dem Augenwinkel (im linken oder rechten unteren Eck, im Hintergrund unten auf dem Boden) zu entdecken. Leblose Körper kann man gar keine erblicken, denn ein Tatortreiniger taucht erst am Tatort dann auf, wenn alle hierfür zuständigen Beamte und Organe ihre Arbeit erledigt haben.

Fazit:
Die deutsche Comedy-Fernsehserie „Der Tatortreiniger“ wurde leider ziemlich lieblos von seinem produzierenden Sender, dem Norddeutschen Rundfunk (NDR), behandelt (ständig Ausstrahlungen im Mitternachtsprogramm, es dauerte immer eine Ewigkeit, bis die neuen Folgen gesendet wurden).

Ob ihrer skurrilen Figuren, Situationen und tiefschürfenden, philosophischen Dialoge kommt diese lieblose Behandlung beinahe schon einem Verbrechen gleich.

Aus diesem Grund müssen wir, die Intellektuellen unter den Fernsehsenden, ordentlich Mundpropaganda betreiben, damit „Der Tatortreiniger“ seinen verdienten Ruhm erlangt.

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Wikipedia (Deutsch)

LG
Stephan

„Aloha – Die Chance auf Glück“

Hallo!

Regisseur Cameron Crowe hat für mich zwei der schönsten Liebesfilme gedreht, und zwar „Vanilla Sky“ (das US-Remake von „Abre los ojos“ mit Tom Cruise, Penelope Cruz und Cameron Diaz) und „Elizabethtown“ mit den Schauspielern Orlando Bloom und Kirsten Dunst (bei diesem Film sehr zu empfehlen ist das Routenplaner-Ende).

Des Weiteren findet man in seiner Vita zwei sehr schöne, berührende und ruhig ablaufende Dramen, und zwar „Jerry Maguire – Spiel des Lebens“, ebenfalls mit Tom Cruise in der Hauptrolle, sowie „Wir kaufen einen Zoo“ mit Schauspieler Matt Damon.

Weiters zu erwähnen wäre noch der Film „Almost Famous – Fast berühmt“, welchen er ebenfalls verantwortete.

Eventuell merkt der eine oder die andere, dass Regisseur Cameron Crowe in seinen Filmen eine eigene, unverwechselbare Handschrift trägt. Diese macht sich bemerkbar durch äußerst langsame und ruhige, fast schon einschläfernde, Musikauswahl, keine aufgeregte Kamera, sowie Dialoge, die manchmal ins Philosophische/Nachdenkliche gehen, manchmal aber auch ins Leere. Zusätzlich merkt man jeder seiner, teilweise selbst geschriebenen, Figuren an, dass sie in ihrem tiefsten Inneren einfach nur hohl sind, und erst noch mit Weisheiten, Persönlichkeit, Leben gefüllt werden müssen. Meiner Meinung nach macht dies die Spannung, das Zusehen, den Lebensweg der Protagonisten emotional mitzugehen, so spannend, so gefühlvoll, so traurig, so erfreulich.

Eine weitere hervorragende Eigenheit seiner Art der Regieführung ist, dass Story und Dialoge während des Ansehens eigentlich null Sinn ergeben, und sich erst nach und nach alles für den Zuschauer/die Zuschauerin allmählich erschließt, bis man am Ende endlich die befriedigende Erkenntnis und Erlösung gewonnen hat.

Film um Film entwickelte und perfektionierte er immer besser und aussagekräftiger seinen persönlichen unverkennbaren Stil.

Und dann kam sein derzeit letzter Kinofilm, nämlich dieser hier, „Aloha – Die Chance auf Glück“, der im Jahr 2015 erschien.

Ich weiß nicht, was mit Cameron Crowe während der Produktion los war. Wollte er diesen vorhin erwähnten Stil noch weiter ausbauen, was eigentlich eh nicht mehr geht, oder erwischte ihn der künstlerische Größenwahn.

Wie dem auch sei, leider, leider ist „Aloha – Die Chance auf Glück“, na ja, kein totaler Reinfall, aber auf jeden Fall der schlechteste Cameron-Crowe-Film, sowie einer der seltsamsten, absolut keinen Sinn ergebenden Beziehungsdrama- und Liebesfilme aller Zeiten.

Im Gegensatz zu seinen anderen Filmen, erschließt sich in diesem Machwerk für mich die Story, die Kohärenz, der Kontext, das Denken, Reden, Handeln der Charaktere überhaupt nicht.

Kommen wir zuerst einmal zum merkwürdigsten Element in diesem Film, nämlich zur Story.
Es gibt eine A- und eine B-Story, die sich aber beide immer gegenseitig die Hände halten. Schön und gut, das Problem ist leider, die beiden Geschichten passen inhaltlich aber so was von überhaupt nicht zueinander. In der A-Story geht es um Brian Gilcrest, gespielt von Schauspieler Bradley Cooper, der im Auftrag des Milliardärs Carson Welch nach Hawaii zurückkehrt. In Hawaii angekommen, schließt sich dann auch gleich die B-Story an, er hat nämlich noch etwas mit seiner Ex-Freundin Tracy, gespielt von Schauspielerin Rachel McAdams, zu klären, nebenbei lernt er Allison Ng, gespielt von Emma Stone, besser kennen und lieben.

So, und jetzt geht die abstruse A-Story so richtig los.
Der Milliardär Carson Welch, gespielt von Schauspieler Bill Murray, will nämlich auf Hawaii ein Stück Land zu einem Weltraumzentrum ausbauen. Brian Gilcrest soll dem Milliardär mit den Hawaiianern helfen, denn nur mit deren Segen und natürlich auch deren Zusage kann Carson Welch den Bau eines privat finanzierten Satelliten unterstützen. Ich will jetzt an dieser Stelle hier doch nicht zu viel verraten, aber in weiterer Folge gibt es dann noch einen Hack, einen merkwürdig explodierenden Satelliten, und zu guter Letzt die Waffen-Nuklear-Pläne des Milliardärs.

Man merkt, glaube ich, bei dieser Zusammenfassung bereits, woran der Film hauptsächlich krankt.

Meiner Meinung nach wäre es für den Film viel, viel besser gewesen, hätte man die A-Story komplett weggelassen (es hätte schon gereicht, wenn man einfach nur erfahren hätte, dass Brian Gilcrest für einen Auftrag zurück nach Hawaii muss, interessiert doch eh keinen, was er dort genau macht), denn die B-Story, dieses Dreier-Beziehungs-Drama, hätte für sich allein stehend genauso wundervoll funktioniert wie die Cameron-Crowe-Filme davor. Leider, leider wurde das Beziehungsdrama mit der wirren A-Story verknüpft, und aufgrund dessen verursacht auch der Liebesdrama-Teil vor Fragezeichen nur so um sich werfendes Kopfschütteln.

Noch einmal, ohne diese Weltraum-Satelliten-Story wäre der Film sehr sympathisch und akzeptabel geworden. Ich hatte vor kurzem feiertagsbedingt die Gelegenheit, mir den Film zwei Mal hintereinander anzusehen, und ja, ich habe Recht. Beim zweiten Mal ansehen, da kam ich nämlich zu der Erkenntnis, dass dieser Film hier, „Aloha – Die Chance auf Glück“, mit jeder weiteren Sichtung immer sympathischer, teilweise sogar besser, wird, weil ich für meinen Teil nämlich eben wie vorhin erwähnt, diese Sache mit dem Weltraum-Satelliten ausblende, und mich lediglich auf die Figuren und ihre Gedanken, Probleme, Dialoge konzentriere.

Schieben wir jetzt einmal das Negative beiseite, und kommen wir zum Positiven. Ja, auch dies hat der Film zu bieten.

Wieso wäre der Film ohne die Weltraum-Satelliten-Story so sympathisch?
Einfache Antwort: Die Schauspieler machen allesamt ihre Sache wirklich gut, sie alle sind sympathisch und herzerwärmend, und immer gut gelaunt, was sich auf den Zuschauer/die Zuschauerin überträgt.

„Aloha – Die Chance auf Glück“ hat hin und wieder auch Witziges zu bieten. An dieser Stelle muss ich euch gleich meine absolute Lieblingsszene ans Herz legen, nämlich die, in der die beiden Männer John Krasinski (in der Rolle von John ‚Woodie‘ Woodside) und Bradley Cooper (in der Rolle von Brian Gilcrest) sich miteinander über ihre Gefühle und Sorgen in Männersprache (keine gesprochenen Worte, lediglich Gesten und Geräusche wie auf die Schulter klopfen und Grunzen, alles untertitelt) unterhalten.

Leider fällt auch bei den Schauspielern einer negativ aus der Reihe, und zwar Bill Murray in der Rolle des Milliardärs Carson Welch. Man kennt ja Schauspieler nicht persönlich, aber anhand ihrer Figurenauswahl sowie der Interpretation seiner/ihrer Figur könnte man schon meinen, ihre Persönlichkeit im echten Leben ein klein wenig zu durchschauen. Bei Bill Murray ist es leicht, der Kerl ist total exzentrisch. Manchmal übertreibt er es allerdings deutlich mit der Exzentrik, die zwei besten Beispiel hierfür für mich wären eben „Aloha – Die Chance auf Glück“ und am hervorstechendsten sein Cameo in dem weiblichen „Ghostbuster“. Bill Murray muss sehr oft sehr stark auf die Bremse treten.

Fazit:
Einer der merkwürdigsten Beziehungsdrama- und Liebesfilme aller Zeiten.
Muss man nur deshalb immer öfter ansehen, damit man den Film entweder endlich akzeptiert und mag, oder er einigermaßen Sinn ergibt. Ersteres wird eher zutreffen als letzteres.

LG
Stephan

P.S.:
Ich bin, diesen Film betreffend, gerade auf eine weitere Erkenntnis gestoßen.
Der unter diesem Erfahrungsbericht eingebettete Trailer, sogar der ist viel besser als der ganze Film, was meine Meinung, meinen Vorschlag bestätigt, denn dieser Trailer, der kümmert sich nur um die Figuren und ihre Gefühle, und erwähnt nur ganz kurz nebenbei, dass Brian Gilcrest für einen Auftrag zurück nach Hawaii muss, den Rest lässt er einfach aus.

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„Zoomania“

Hallo!

„Zoomania“ ist wirklich ein herrlicher Film, der ist ganz anders als ein richtiger Disney-Film, viel realistischer, viel gesellschaftskritischer, viel düsterer, obwohl es sich hier um einen Disney-Film handelt.

Und anthropomorph ist hier das treffende Stichwort. Alles Menschliche wurde treffend in die Tierwelt übertragen, sogar so treffend, dass man rein theoretisch „Zoomania“ mit echten Menschen aus Fleisch und Blut hätte machen können. Solch ähnliche Szenen wie in „Zoomania“ beziehungsweise so eine Story mit so einem Handlungsverlauf habe ich sogar in vielen, vielen fleischlichen Polizei- und Detektiv-Filmen gesehen.

Schön fand ich die spielerisch angesprochenen gesellschaftskritischen Themen wie Rassismus, Ausgrenzung, und Vorurteile, die besonders in unserer heutigen Welt immer mehr in den Vordergrund rücken.
Aufgrund dieser ernsten und wichtig zu erwähnenden Themen war es folgerichtig, den Film „Zoomania“ trotz Disney-Produktion ohne Kitsch und Süßes zu garnieren.
(Es gibt sogar eine schöne Anspielung, dass dies hier kein Zeichentrick-Musical ist, wo alle singen und tanzen, alles wendet sich daraufhin zum Guten, und jeder kann und darf alles. *g*)

Der Drahtzieher der Verschwörung ist zwar vorhersehbar, wird aber entschuldigt, weil es sich doch eben um einen Disney-Film handelt, wo eben nicht die Story an erster Stelle, sondern eben die Charakterentwicklung und die Menschlichkeit (oder wie das bei „Zoomania“ heißt *g*) steht.

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LG
Stephan

„Love Island“

Hallo!

Jetzt lief gerade der Film „Love Island“ auf dem Fernsehsender ARTE.

Sag mal, den Film kannst ja komplett vergessen. Hier funktioniert ja gar nichts. Das ist überhaupt kein Liebesfilm, und ein Beziehungsdrama nur zum Teil. Eigentlich wird meiner Meinung nach das Beziehungsdrama lediglich angedeutet, besser gesagt, angeschnitten, aber das Messer blieb leider im Kuchen stecken. Der Film wird viel zu schnell runtergespult, was ihn recht holprig macht. Und der Schluss ist ja auch ein ziemlicher Blödsinn. Zuerst einmal haben die drei Hauptfiguren über das entstandene Beziehungsgeflecht kein einziges Mal miteinander geredet, und dann vertragen sich auf einmal alle wieder, nur, weil miteinander gesungen und geschunkelt wird. Also mir persönlich geht das Vertragen und die Heile Welt viel zu schnell. Der lächerlichste Abschlusspunkt für mich war dann die völlig übertriebene und unrealistische Geburt am Ende des Films.

„Love Island“ hat null Gefühl, die drei Hauptfiguren sind hölzern gezeichnet und dargestellt (so auch die Dialoge), Mitgefühl entsteht aufgrund dessen kein einziges Mal, weder mit einer der drei Hauptfiguren, noch mit allen dreien.

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Jaris Flimmerkiste

LG
Stephan

„Das Schweigen der Lämmer“ – Film & DVD

Hallo!

Viele halten diesen Film für den Besten Horrorthriller der Neunziger, und da kann ich auch mit Begeisterung zustimmen.
Es geht um eine FBI-Agentin (Clarice Starling; gespielt von Jodie Foster), die einen Serienmörder (Buffalo Bill) mit Hilfe eines genialen Psychiaters (Hannibal Lecter; gespielt von Sir Anthony Hopkins) festnehmen will. Hört sich eigentlich gar nicht so schrecklich an, doch dieser Psychiater sitzt in einer Irrenanstalt, weil er nämlich ein verurteilter Mörder mit kannibalischen Neigungen ist.

In diesem Film ist nicht der Serienmörder wichtig, sondern der Kannibale und die Agentin. Sie unterhalten sich insgesamt nur dreimal, doch diese Unterhaltungen werden für immer unvergessen bleiben.
Kommen wir zunächst einmal zu den Darstellern, die erst durch diesen Film so richtig berühmt wurden.

Die weibliche Hauptrolle wird gespielt von Jodie Foster. Sie spielt die angehende FBI-Agentin Clarice Starling.
Doch erst die männliche Hauptrolle machte diesen Film zu einem unvergessenen Ereignis. Damit meine ich den Kannibalen Dr. Hannibal Lecter, der exzellent von Sir Anthony Hopkins gespielt wird. Man könnte fast glauben, dass er wirklich ein genialer Psychopath ist.
Der Regisseur Jonathan Demme war bis zu diesem Film eigentlich noch unbekannt. Vorher drehte er nur Filme wie „Die Mafiosi-Braut“.
Doch nicht nur die vielen Millionen Kinobesucher und das hohe Einspielergebnis machten diesen Film zu einem weltweiten Erfolg, sondern auch die Oscarverleiher. Dieser Film bekam insgesamt 5 Oscars (Unter anderem „Bester Hauptdarsteller“ und „Beste Hauptdarstellerin“).

Ein großes Lob gilt diesmal auch die Kameraführung. Normalerweise sieht man ja nur, dass ein Mensch mit einem anderen redet. Hier glaubt man, dass die Darsteller mit dir reden. Denn immer, wenn Clarice Starling, Hannibal Lecter oder irgendein anderer redet, dann platzierte man die Kamera vor ihrem Gesicht, so dass sie eigentlich mit der Kamera, also mit den Zuschauern reden.
Dann habe ich noch ein weiteres großes Lob: Dieser Film kommt ohne rasante Schnitte aus. Er kommt aber auch ohne viel Action und Spezialeffekte aus. Der Film ist von Anfang bis Ende genauso langsam, wie der Serienmörder in dem Film auch, denn der hält seine Opfer ja immer drei Tage lang gefangen.
Jetzt gibt es diesen wirklich genialen Film auch auf DVD. Doch er bekam eine würdige DVD-Umsetzung. Er ist in einer Special Edition mit 2 DVD’s erhältlich. Auf der ersten DVD befindet sich der Hauptfilm und auf der zweiten die Extras, von denen es wirklich eine ganze Menge gibt.

Tonformat ist Dolby Digital 5.1 bei allen drei Sprachausgaben (Deutsch, Englisch, Spanisch). Diese drei Sprachen gibt es auch als Untertitel und dazu noch Deutsch für Hörgeschädigte.
Die Menüs und Zusatzinformationen gibt es nur auf Deutsch und das ist auch gut so.

Was die Schärfe betrifft, sieht der Film auf DVD genauso aus, wie auf der Videokassette. Der Film ist dafür aber als Widescreen-Fassung erhältlich und wurde auch noch farbenfroher gemacht.
Doch jetzt gibt es da wahrscheinlich noch einige Fragen wie z. B.: „Wie sehen die Menüs aus?“ und „Was für Extras befinden sich auf der zweiten DVD?“ Diese zwei Fragen kann ich euch beantworten.

Das sieht man, nachdem man die erste DVD (Hauptfilm) im Player aktiviert hat: Zuerst einmal kann man die Sprache des Films wählen. Hat man sich erst einmal für eine Sprache entschieden, betätigt man die ENTER Taste auf der Fernbedienung und kommt dann ins nächste Menü. Dieses Menü ist wirklich das schönste, das ich jemals auf einer DVD gesehen habe. Man hat nämlich Dr. Hannibal Lecter’s Zelle fotografiert und in 3-D dargestellt. Man kann erkennen, dass man sich in der Mitte der Zelle befindet und sich die Kamera dreht, so dass man Hannibal’s Wohnung auch von ihnen sieht. Dann kann man nur noch mehr auswählen, ob man den Film starten möchte oder ob man zu einer bestimmten Szene möchte oder ob man sich den Film in einer anderen Sprache anhören will. Bei den Sprachoptionen kann man natürlich auch die Untertitel aktivieren oder deaktivieren.
Da es aber der ersten DVD nicht viel zu sehen gibt, kommen wir gleich zur DVD Nummer 2: Auch hier kann man zuerst einmal die Sprache wählen. Hat man sich erst einmal für eine Sprache entschieden, betätigt man die ENTER Taste auf der Fernbedienung und kommt dann ins nächste Menü. Beim nächsten Menü kann die Untertitel-Optionen anwählen und die Extras. Da uns aber die Untertitel nicht interessieren, wählen wir die Extras.

Und folgende Extras befinden sich auf der zweiten DVD:
• Das Schweigen der Lämmer: The Making of
(Hier erfährt man unter anderem, dass die Rolle der Clarice Starling eigentlich Michelle Pfeiffer spielen sollte und das als Regisseur eigentlich Gene Hackman gedacht war)
• Original-Featurette
• Nicht verwendete Szenen (21)
• Pannen
• Kinotrailer
• Kurztrailer
• Hannibal-Trailer (Trailer zur Fortsetzung)
• Fernsehspots (2)
• Anrufbeantworterspruch von Sir Anthony Hopkins
• Die Galerien

Das Original-Featurette ist ein typisches Fernseh-Making-of, obwohl man hier auch eine ganze Menge über die Produktion, den Regisseur und die Schauspieler erfährt. Nein, wer wirklich viel von der Entstehung dieses Filmes wissen möchte, der sollte sich lieber „Das Schweigen der Lämmer: The Making of“ ansehen. Da erfährt man sogar Sachen, von denen man noch gar nichts wusste. Ein Beispiel wurde ja von mir schon in der Klammer erwähnt. Eigentlich hätte man es mit den Extras bei den Making-ofs belassen können, der Rest ist eigentlich nur Standard-Ware, damit die DVD nach mehr Extras aussieht. Die 21 nicht verwendeten Szenen sind zu verschmerzen, die mussten nicht unebdingt in den Film. Die Pannen sind dafür sehr witzig und ebenso der Anrufbeantworterspruch. Wer aber noch mehr Informationen haben möchte, der kann sich freuen, denn bei dieser Special Edition ist auch ein Booklet vorhanden.
Fazit: Bei meinem langen Beitrag habt ihr ja sicher schon gemerkt, dass ich ein wirklich großer Fan von diesem Film und dieser DVD bin (und natürlich auch von Dr. Hannibal selber). Wenn euch meine Meinung noch immer nicht zum Kauf überzeugt hat, dann kann ich euch auch nicht weiterhelfen. Ich habe nur noch einen einzigen Tipp für euch:

UNBEDINGT KAUFEN !!!

Direktlink zum youtube-Video

„Das Schweigen der Lämmer“ bei wikipedia

„Das Schweigen der Lämmer“ bei ciao.de

„The Silence of the Lambs“ bei imdb.com

LG
Stephan

„Terminator 2 – Tag der Abrechnung“ („Terminator 2: Judgment Day“) – Ultimate Edition DVD

Hallo!

Vor zehn Jahren hatte Sarah Connor (Linda Hamilton) den gefährlichen Terminator eliminiert, einen Cyborg aus der Zukunft, der verhindern sollte, dass Sarah ihren Sohn John zur Welt bringt. Weil niemand ihr glauben wollte, ist sie jetzt in einer Psychiatrischen Anstalt und ihr Sohn wird von Pflegeeltern erzogen. Doch John, so heißt der Sohn von Sarah, gefällt es bei seinen Pflegeeltern überhaupt nicht, also macht er sein eigenes Ding und fährt zum Beispiel mit einem Freund zur Spielhalle.
Doch was John und Sarah noch nicht wissen: Die Cyborgs sind noch immer hinter John her, also wird wieder ein Terminator in die Gegenwart geschickt um ihn umzubringen.

Die Maschinen wurden aber sehr stark verbessert, denn ihr neueste Waffe ist ein scheinbar unzerstörbarer Killer. Die Maschine trägt den Namen T-1000 und besteht aus flüssigem Metall. Doch die Konkurrenz schläft nicht, also schickt man ebenfalls einen Beschützer für John in die Gegenwart. Und diesen Terminator kennen wir doch noch aus Teil 1. Es ist auch dasselbe Modell, es wurde aber verbessert und bringt jetzt keinen Menschen mehr um.
Endlich erscheint eine Ultimate Edition von Terminator 2: Tag der Abrechnung in einer der Killermaschine angemessenen Metallbox. Nach der sehr schwachen Erstveröffentlichung erwartet alle Freunde des Science-Fiction-Films eine DVD voller außergewöhnlicher Extras, die in fast jeder Beziehung neue Maßstäbe setzt.

Das Beste an dieser DVD ist neben den Extras auch der Film selber, denn die Ultimate Edition ist beinahe ein neuer Film. Die 147minütige neue Version hat so viele nie gesehenen Szenen zu bieten, dass sich der Zuschauer immer wieder verwundert fragt, ob er den zweiten Teil wirklich schon gesehen hat.
Aber ich glaube, dass ich euch von dem Film selber nicht mehr weiter erzählen sollte, dann (fast) alle kennen ihn ja schon. Kommen wir lieber zur zweiten DVD, auf der sich die Extras befinden, denn die brauchen sich hinter dem Film nicht zu verstecken:

• MISSIONSDATEN: Biographien/Filmographien
• ZEITINDEX: Einzigartig animiertes Chaptering (80 Kapitel)
• AUDIOKOMMENTAR
• INFOPROGRAMME: „The Making of T2“, „T2: More than meets the Eye“ und „The Making of T2:3D“
• VISUELLE KAMPAGNE: Teaser, Kinotrailer, T2 Special Edition US Trailer, THX-T2-Trailer
• GESAMTARCHIV
• DREHBUCH: Original-Drehbuch auf 574 Seiten
• TAKTISCHE DIAGRAMME: Storyboard mit über 700 Szenen
• VIDEOARCHIV: 60 Videoclips zum Making of, Interviews, Behind the Scenes, Produktionsnotizen
• DATENARCHIV: Dokumentation über die Stoffentwicklung, Produktion und Post-Produktion von T2 in 50 Kapiteln
Man sieht also, dass diese DVD eine riesengroße Menge an Extras besitzt.

Doch auch beim Film selber können Bild und Ton voll und ganz überzeugen. Das Bild ist farbenfroh und besitzt keinerlei Unschärfen. Das Bild ist sogar anamorph.
Doch der Ton ist den Machern am besten gelungen (ist eigentlich bei fast jeder DVD von Kinowelt so):

Sprachen inklusive Tonformat:
Deutsch (Dolby Digital 5.1 EX, DTS 5.1 ES, THX)
Englisch (Dolby Digital 5.1 EX)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch

Fazit: Für mich ist dies ganz einfach die Beste DVD, die es derzeit gibt. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass sich dieser Film einige Wochen lang auf Platz 1 der Verkaufscharts befinden wird.
Mein Tipp: UNBEDINGT DIESE ULTIMATE EDITION KAUFEN!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

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„Terminator 2 – Tag der Abrechnung“ bei wikipedia

„Terminator 2 – Tag der Abrechnung“ bei ciao.de

„Terminator 2: Judgment Day“ bei imdb.com

LG
Stephan